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Mitglied des Sängerkreises Wuppertal und des Sängerbundes NRW im Deutschen Chorverband

Wie alles begann...

1948, nach dem Wiederaufbau des Unternehmens Grote & Hartmann, fanden in jedem Jahr kleine Betriebsfeste statt. Nach einiger Zeit wollte man aus der Belegschaft heraus mit einem „Doppelquartett“ das nächste Betriebsfest bereichern, damit die beliebten Feste nicht langweilig werden.

Am 19. Mai 1951 war es dann erstmalig soweit und die „Gro-Ha-Sängerknaben“ sangen vor der Belegschaft unter der Leitung von Walter Nieland, - dem damaligen Betriebs-Obmann - „Sonntag ist’s“ von Simon Bräu.

Mit vier 1. und vier 2. Tenören, drei 1. sowie drei 2. Bässen war ein Anfang gemacht und nach dem ersten Erfolg vor der eigenen Belegschaft ging es auf die erste Sängertour in den Westerwald, wo die neu einstudierten Lieder „Der Würfelbecher“ und „In einem kühlen Grunde“ lautstark vorgetragen wurden.

Der erste Auftritt

So vergingen die ersten Jahre. Wir waren ein lustiger Haufen, hatten viel Freude und Spass, aber mit der Qualität unserer Vorträge blamierten wir uns auch immer wieder. Walter Nieland gab sich zwar sehr viel Mühe, aber er war halt “nur” ein guter Sänger und sehr guter Geigenspieler. Ein richtiger Chorleiter musste her und wurde auch bald in der Person von Emil Risse engagiert. Dieser begann nun zügig damit, uns unsere Unarten abzugewöhnen. Weil der neue Chorleiter auf absolute Disziplin setzte und sein Wort Prioität hatte, kam es zu einem Zerwürfnis mit dem Vorsitzenden des Gesangvereins und ein Nachfolger wurde mit dem Gründungsmitglied Robert Feldsieper, gefunden.

Eine Ära war zu Ende, ein Gesangverein wurde geboren

Emil Risse baute den Gesangverein nun zielstrebig auf und wollte sich auch in der Öffentlichkeit mit dem Chor präsentieren. Dies gefiel aber dem damaligen Seniorchef des Unternehmens nicht. Der wollte „seinen“ Gesangverein nur bei Betriebsfesten, Jubilar- und Weihnachtsfeiern in Auktion sehen. Als Herr Hartmann Senior aus dem Unternehmen ausschied und sein Sohn die Leitung des Hauses übernahm, ging auch das Protektorat für den Chor auf den Junior über. Damit wurde für den MGV Grote & Hartmann, so hießen wir mittlerweile, der Weg frei in die Öffentlichkeit. Wir traten dem Deutschen Sängerbund bei und gaben am 25. Mai 1963 ein erstes öffentliches Konzert im Ronsdorfer Dürselenhaus.

Das Konzert war ein großer Erfolg. Der Saal war bis auf den letzten Platz gefüllt, die Leistungen des nun gut 30 Sänger zählenden Chores ausgezeichnet und die Presse wunderte sich, dass sich ein so guter Chor so lange verstecken konnte.

Wir mussten dann kurz hintereinander den Juniorchef und seine Gattin beerdigen und fragten uns bange, was wird aus dem Chor?

Aber die Sorge war unbegründet. Mit dem noch von Frau Hartmann eingesetzten Geschäftsführer Klickermann – von der gesamten Belegschaft „Kli“ genannt – fanden wir einen neuen Protektor, der den testamentarischen Willen der Verstorbenen im Hinblick auf die Chöre – 1961 wurde unsere Bruderchor im Zweigwerk Bersenbrück gegründet – nicht nur voll umsetzte, sondern auch selbst ungeheueren Spaß am Chorgesang und an diversen Chorfesten, respektive Chorreisen hatte.

Die gegenseitigen Chorbesuche in Wuppertal und Bersenbrück wurden ebenso zum festen Bestandteil wie die jährliche Konzerte im Dürselenhaus und später in der Gesamtschule an der Blutfinke. Auch suchten wir vermehrt Kontakte zu anderen Chören im In- und Ausland.

So reisten wir 1964 nach Berlin und freundenten uns mit der „Braun’schen Liedertafel“ und dem Spandauer Männerchor an. 1966 ging die Reise zum Wörthersee, nach Krumpendorf in Österreich zum dortigen „GV Seerösl“ Chor. Und so ging es weiter; Man reiste nach  Hamburg zum Chor der Firma „Osten & Kreisinger“ sowie nach Kopenhagen zu einem Sängerwettbewerb mit einem norwegischen Soldatenchor. Es folgte eine zweite Reise nach Kärnten zum „MGV Moosburg“.

Zum 25. Chorjubiläum 1971 – wir hatten mittlerweile 54 aktive Sänger – gab es über unseren Vorsitzenden Robert Feldsieper eine Einladung des „Concordia-Chores“ aus Ottawa (Kanada). Dies war der Dank für eine Betreuung, die wir während eines Deutschlandaufenthaltes des „Concordia-Chores“ bei dem Essener Polizeichor, an einem Tag durchgeführt hatten, da die Polizisten, zum Teil durch den Schichtdienst bedingt, eine Vertretung gesucht hatte, um die ausländischen Gäste zu betreuen. Wir führten die Gäste durchs Bergische Land und feierten am Abend feucht-fröhlich mit ihnen zusammen, wobei natürlich auch der Gesang nicht zu kurz kam.

So kam es dann, dass wir nach langer Vorbereitung, vielen Konzerten, dem Verkauf von unserer mittlerweile aufgenommenen Schallplatte, sowie vielen Skatturnieren endlich so viel Geld zusammen hatten, dass wir am 12. Mai 1976 von Brüssel aus nach Montreal fliegen konnten und eine fantastische zweiwöchige Reise mit vielen Höhepunkten erlebten.     

Die Reisegesellschaft vor dem Parlament in Ottawa

Nach dem einmaligen Erfolg der Kanadareise ging das Leben im Chor weiter. Die Chorleiter wechselten immer wieder, die Geschäftsführung des Unternehmens änderte sich und unserem Chor erging es nicht anders als vielen Chören. Wir konnten Abgänge nicht ersetzen und wurden damit immer kleiner.

Trotzdem sangen wir im Juni 1982 auf Einladung des „AGV Hockenheim“, in der Pfarrkirche St.Georg unter Leitung von Friedhelm Biallas wohl das beste Konzert, das unser Chor in den nunmehr 30 Jahren seines Bestehens gesungen hatte.

Vor der Pfarrkirche in Hockenheim

Der Vereinsvorstand reagierte nunmehr auf die Abgänge und verhandelte alsbald mit der neuen Geschäftsleitung und erhielt die Genehmigung, sich nach außen zu öffnen. Nun kamen einige Sänger aus dem Cronenberger Männerchor - mit dem uns seit vielen Jahren eine herzliche Freundschaft verbindet - , Sänger aus Ronsdorfer Chören und auch andere interessierte Freunde, die noch in einem Chor gesungen hatten. 

Neben den aufgezählten und beschriebenen Ereignissen hatte der Chor noch viele weitere Erlebnisse, deren Aufzählung allerdings den Rahmen dieser Chronik sprengen würde.

Hervorheben möchten wir nur noch die Musikalische Begleitung bei der 75. Jahrfeier des Unternehmens 1987, die wundervolle Reise 1991 nach Oslo sowie nach einer Unterbrechung von 10 Jahren wieder ein erstes Konzert in der „Erich-Friedrich Gesamtschule“ unter der Leitung von Stefan Lex. Das Publikum erlebte ein Konzert der Extraklasse, das neben unseren Darbietungen noch vom Salonorchester Pomp-A-Dur sowie der Mezzosopranistin Anke Sielhoff  gehaltvoll getragen wurde. 

Ganz  besonderen Dank gebührt  dem heutigen Ehrenvorsitzenden und Mitbegründer des GHW-Werkchores Robert Feldsieper, der insgesamt 29 Jahre den Vorsitz unseres Chores inne hatte. Jahrlang hat er den größten Teil seiner Freizeit dem Chor gewidmet, hat insbesondere  immer wieder um den Erhalt der Gemeinschaft gekämpft, hat 50. Jahre Chor recherchiert und niedergeschrieben und damit die Vorlage für diese Chronik geschaffen  und hat uns, Last but not least, den Chorleiter, Stefan Lex präsentiert, dessen Arbeit den Chor nicht nur begeisterte, sondern der auch die Leistung deutlich angehoben hat. 

Unser Ehrenvorsitzender

              Robert Feldsieper:

       3 Wochen vor seinem 80. Geburtstag beim Chorweihnachtsfest 2008

Robert 2008-kleiner3

Ein Name ist Geschichte

Das Unternehmen Grote & Hartmann wurde im Jahr 2004 an das Amerikanische Unternehmen Lear Corporation verkauft. Hierdurch bedingt mussten wir uns einen neuen Namen geben, da es unsern alten Sponsor nicht mehr gab.

Zu unser aller Freude hatte sich gleichwohl das Unternehmen Lear Corporation bereit erklärt, die finanzielle Lücke zu schliessen und somit das Fortbestehen des Chores gesichert. Hierfür gebührte dem Unternehmen Dank und Anerkennung.

Leider ist dieses Engagement nun auch seit dem März 2007 vorbei. Die Lear Corporation wurde von einem amerikanischen Investor übernommen. Hierdurch bedingt hat das Unternehmen mit sofortiger Wirkung die Unterstützung des Chores eingestellt. Wir müssen nun wie die meisten Chöre auch, ohne einen großen Sponsor auskommen und Fördernde Mitglieder sowie Spender gewinnen, um die finanziellen Aufgaben stemmen zu können.

Chorleitung

Ende des Jahres 2008, trennen sich die Wege des Bergischen Männerchor Ronsdorf 1951 e.V. und seinem künstlerischen Leiter, Stefan Lex. Ihm gilt unser besonderer Dank und die Anerkennung um seine geleisteten Verdienste für den Chor in den letzten 10 Jahren.

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