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Emil Risse baute den Gesangverein nun zielstrebig auf und wollte sich auch in der Öffentlichkeit mit dem Chor präsentieren. Dies gefiel aber dem damaligen Seniorchef des Unternehmens
nicht. Der wollte „seinen“ Gesangverein nur bei Betriebsfesten, Jubilar- und Weihnachtsfeiern in Auktion sehen. Als Herr Hartmann Senior aus dem Unternehmen ausschied und sein Sohn die Leitung des Hauses
übernahm, ging auch das Protektorat für den Chor auf den Junior über. Damit wurde für den MGV Grote & Hartmann, so hießen wir mittlerweile, der Weg frei in die Öffentlichkeit. Wir traten dem Deutschen Sängerbund
bei und gaben am 25. Mai 1963 ein erstes öffentliches Konzert im Ronsdorfer Dürselenhaus.
Das Konzert war ein großer Erfolg. Der Saal war bis auf den letzten Platz gefüllt, die Leistungen des nun gut 30 Sänger zählenden Chores ausgezeichnet und die Presse wunderte sich, dass
sich ein so guter Chor so lange verstecken konnte.
Wir mussten dann kurz hintereinander den Juniorchef und seine Gattin beerdigen und fragten uns bange, was wird aus dem Chor?
Aber die Sorge war unbegründet. Mit dem noch von Frau Hartmann eingesetzten Geschäftsführer Klickermann – von der gesamten Belegschaft „Kli“ genannt – fanden wir einen
neuen Protektor, der den testamentarischen Willen der Verstorbenen im Hinblick auf die Chöre – 1961 wurde unsere Bruderchor im Zweigwerk Bersenbrück gegründet – nicht nur voll umsetzte, sondern auch
selbst ungeheueren Spaß am Chorgesang und an diversen Chorfesten, respektive Chorreisen hatte.
Die gegenseitigen Chorbesuche in Wuppertal und Bersenbrück wurden ebenso zum festen Bestandteil wie die jährliche Konzerte im Dürselenhaus und später in der Gesamtschule an der Blutfinke.
Auch suchten wir vermehrt Kontakte zu anderen Chören im In- und Ausland.
So reisten wir 1964 nach Berlin und freundenten uns mit der „Braun’schen Liedertafel“ und dem Spandauer Männerchor an. 1966 ging die Reise zum Wörthersee, nach Krumpendorf in
Österreich zum dortigen „GV Seerösl“ Chor. Und so ging es weiter; Man reiste nach Hamburg zum Chor der Firma „Osten & Kreisinger“ sowie nach Kopenhagen zu einem Sängerwettbewerb mit einem
norwegischen Soldatenchor. Es folgte eine zweite Reise nach Kärnten zum „MGV Moosburg“.
Zum 25. Chorjubiläum 1971 – wir hatten mittlerweile 54 aktive Sänger – gab es über unseren Vorsitzenden Robert Feldsieper eine Einladung des „Concordia-Chores“ aus
Ottawa (Kanada). Dies war der Dank für eine Betreuung, die wir während eines Deutschlandaufenthaltes des „Concordia-Chores“ bei dem Essener Polizeichor, an einem Tag durchgeführt hatten, da die Polizisten, zum
Teil durch den Schichtdienst bedingt, eine Vertretung gesucht hatte, um die ausländischen Gäste zu betreuen. Wir führten die Gäste durchs Bergische Land und feierten am Abend feucht-fröhlich mit ihnen zusammen,
wobei natürlich auch der Gesang nicht zu kurz kam.
So kam es dann, dass wir nach langer Vorbereitung, vielen Konzerten, dem Verkauf von unserer mittlerweile aufgenommenen Schallplatte, sowie vielen Skatturnieren endlich so viel Geld
zusammen hatten, dass wir am 12. Mai 1976 von Brüssel aus nach Montreal fliegen konnten und eine fantastische zweiwöchige Reise mit vielen Höhepunkten erlebten.
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