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(von Wolfgang Wohlers) (Ro.)
Als der Vorsitzende des Bergischen Männerchors Ronsdorf, Horst Stewner, am letzten Samstag um kurz nach 17 Uhr das Herbstkonzert der Sänger in der Aula der Gesamtschule eröffnete, blickte er in einen
bis in die letzte Ecke voll besetzten Saal. Freuen wir uns auf ein schönes Konzert unter der Leitung unseres neuen Dirigenten Eugen Momot, beschloss er seine persönliche Begrüßung, die zuvor schon
musikalisch durch den Chor erfolgt war.
Danach nahm ein Programm seinen Lauf, das sich allmählich immer weiter steigerte und am Ende, soviel sei vorweg verraten, mit einem langen, begeisterten
Applaus und natürlich einer Zugabe zu Ende ging.
Die ersten beiden Lieder von Schubert benötigte der Chor noch, um seine Nervosität und die Konzertsituation mit dem neuen musikalischen Leiter
unter Kontrolle zu bringen. Danach meisterte er unter dem feinfühligen Dirigat von Eugen Momot, der den Chor mit eher ruhigen und fließenden Bewegungen führte, das Programm in gewohnt souveräner Weise
und hatte nur bei ganz schnellen Textpassagen erkennbar leichte Probleme. Einen schönen Eindruck hinterließen vor der Pause “Der Jäger Abschied” und “O Täler weit, o Höhen” von
Mendelssohn Bartholdy und der eigentlich für Klavier zu vier Händen komponierte, aber für Männerchor bearbeitete Ungarische Tanz Nr. 6 von Brahms.
Einen guten Eindruck hinterließ auch die
Pianistin Gowoon Seo, die den Chor im schönsten Sinn unauffällig, aber aufmerksam begleitete und sich aktiv mitspielend teilweise organisch wie eine zusätzliche Stimme in den Chor einfügte.
Verbunden wurden die verschiedenen Teile des Konzertes durch informative Moderationen von Raphael Amend, der auch geschickt die unvermeidlichen Auftrittspausen überbrückte.
Mit der
Auswahl des “Newa-Quartett” als musikalische Gäste für sein Herbstkonzert hatte der Bergische Männerchor den Geschmack seines Publikums ganz offensichtlich voll getroffen. Allerdings
unternahmen die vier Absolventen der St. Petersburger Musikhochschule auch alles Mögliche, um das Konzert zu einem Erlebnis werden zu lassen.
In der Besetzung Balalaika, Akkordeon, Balalaika
Kontrabass und Schlaginstrumente lieferten Michail Wlasov, Alexander Antonov, Igor Iwanow und Alexei Kudlo mit hoher Virtuosität und viel Gefühl eine musikalische Bandbreite ab, die weiter kaum sein
könnte. Sie eröffneten ihren Auftritt mit der berühmten “Air” von Bach, die in dieser Instrumentierung mit Glockenspiel und Balalaika als Melodieinstrumente ebenso ungewöhnlich wie schön
erklang. Auch die “Carmen”-Ouvertüre und die “Leichte Kavallerie” von Suppe, bei der die Wechsel in der Komposition wunderbar herausgearbeitet wurden, erhielten vom begeisterten
Publikum viel Applaus. Im zweiten Block präsentierten sie erneut Klassisches in ungewohntem Klang, unter anderem das !Ave Maria” von Schubert, das mit einer Okarina gespielt wurde. Nach der Pause
erschienen die Musiker in folkloristisch-buntem Gewand und auch das Programm wechselte in diese Richtung bis zum Höhepunkt in Form einer fulminanten Folklore-Show, in der ein Zuhörer aus dem Publikum
ganz nebenbei an der “Singenden Säge” brillieren durfte.
Auch der Männerchor kam glänzend aufgelegt aus der Pause zurück und meldete sich mit einem gefühlvoll vorgetragenen
“Willkommen o Nacht” von G. Sorg auf der Bühne zurück. “Die Loreley” von Silcher, das “Abendlied” von Mühlberg und “Die Rose” aus dem gleichnamigen Film
mit Bette Midler leiteten den letzten Abschnitt des Konzertes ein, der von dem bereits erwähnten Folklore-Teil eingeleitet wurde und in drei gemeinsam von Chor und Quartett vorgetragenen Stücken seinen
Höhepunkt fand.
Nach dem “Kosakenritt” am Ende des Programms war im Publikum sogar von einem “Gänsehautgefühl” die Rede und es bestätigte sich, dass der Bergische
Männerchor auch diesmal wieder für ein außergewöhnliches Konzerterlebnis “der Musika zu Ehren” gesorgt hatte.
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